EVANGELISCHER PFARRSPRENGEL GLÖWEN-SCHÖNHAGEN
Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob

Kinderhilfswerk ANELC

Liebe Freunde und Spender,

anbei übersenden wir euch die Newsletter der Monate April, Mai und Juni 2020. Wir hoffen, es geht euch und euren Angehörigen gut.

Anfang Septemberhaben wir schon 165 Tage Quarantäne hinter uns. In Argentinien sind die Zahlen momentan noch immer steigend bzw. sinkt die Anzahl der Neuinfizierten noch nicht. In den letzten Monaten waren hauptsächlich die Hauptstadt mit dem umliegenden Großraum Buenos Aires betroffen, jedoch seit ein paar Wochen steigen auch die Zahlen innerhalb einiger Provinzen, die zuvor fast keine Fälle und bereits Aktivitäten freigegeben hatten.

Seit dem Beginn Mitte März gab es ein paar kleine Erleichterungen. Es ist z.B. inzwischen erlaubt, dass lokale Geschäfte aufmachen. Je nach Personalausweis Nummer darf man dann einkaufen. Auch wurden in der Hauptstadt Spazierengehen mit Kindern freigegeben oder zu bestimmten Zeiten darf man Joggen oder auch als Erwachsener spazieren gehen, aber alles abhängig von der Personalausweisnummer. Seit einer Woche dürfen nun in der Hauptstadt auch Kneipen oder Restaurantes im Freien nach bestimmten Protokollen Gäste bedienen.

Die frühe Quarantäne wurde genutzt, um die Anzahl der Betten in den Intensivstationen der Krankenhäuser zu erhöhen, Bewusstsein zu schaffen und Lösungen zu finden. Je mehr Aktivitäten freigegeben werden, um so mehr Leute sind auf der Straße unterwegs und es nimmt die Nutzung des schon unter normalen Umständen total überlasteten öffentlichen Transportwesens zu. Dazu summiert sich das Problem der teilweise prekären Ausstattung der öffentlichen Krankenhäuser. Die im Vergleich sehr niedrige Anzahl von Tests führt zu Ungewissheit und erschwert einen lokalen Ausbruch in einem Stadtteil rechtzeigt zu entdecken. 

Damit sich alle daran halten, gibt es immer wieder Polizeikontrollen. Sowohl Autos werden kontrolliert als auch Eingänge zu Bahnhöfen oder Bushaltestellen. Man darf auch nicht ohne Genehmigung von einer Provinz in die andere reisen. Man muss z.B. auch für jeden Bank- oder Arzttermin (wenn man das Glück hat und eine Arztpraxis überhaupt geöffnet ist) eine Genehmigung beantragen. Auch die Arbeiter in systemrelevanten Berufen benötigen diese, um sich fortbewegen zu können. Die öffentlichen Transportmittel dürfen nur von diesen Arbeitern genutzt werden oder wenn man eine 24 Std. Spezialgenehmigung für z.B. einen Arztbesuch hat.

Die nicht systemrelevanten Geschäfte sind zum Teil geöffnet oder verkaufen online. Das bedeutet, dass im großen und ganzen die meisten Behörden, bestimmte Geschäfte, Restaurants, Hoteles, Arztpraxen und Firmen seit mehr als 165 Tagen geschlossen sind oder für lange Zeit geschlossen waren. Das hat selbstverständlich eine große Auswirkung auf die schon vorher marode Wirtschaft. Viele Geschäfte haben bereits definitiv geschlossen oder Konkurs angemeldet. Damit gehen neben den informellen Arbeitsplätzen auch reguläre Arbeitsstellen verloren. 

Wer kein Einkommen hat, kann auch eine für diese Situation neu eingeführte Unterstützung beantragen. Das sind ca. 120 Euro im Monat. Wenn man allerdings Miete und Strom, usw. zahlen muss, kommt man damit nicht weit. Insbesondere die Mittelschicht hat mit den finanziellen Auswirkungen zu kämpfen und rutscht dadurchan in die Armutsgrenze ab. Immer mehr Personen nehmen Hilfen in Anspruch oder müssen bei Tafeln um Essen bitten. Das merken auch wir in den Kindertagesstätten. Auch wenn kein Kontakt direkt möglich ist, merkt man, dass die Not größer wird. Der Winter hat dadurch noch weitere Herausforderungen gebracht. 

Auch möchten wir erwähnen, dass unsere Freiwilligen von diesem Jahr ihren Aufenthalt abbrechen und nach Deutschland zurückkehren mussten. Ihre helfende Hand und Präsenz wird sehr vermisst. Wir wünschen allen alles Gute auf Ihrem Weg!

 

„Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ Jesaja 40:31

 

 

Viele Grüße und bleibt gesund!     Ursula Gulich


ANELC
    Bildung für Straßenkinder

In drei Kindertagesstätten der Deutschen Evangelischen Gemeinde in Buenos Aires werden über 150 Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien betreut.

 

UNSER SERVICE FÜR DIE GEMEINSCHAFT

Diakonisches Handeln ist Teil der Mission der christlichen Kirche und trägt zur Entwicklung von Glaubensgemeinschaften bei.

Als CEABA entwickeln wir die diakonische Aufgabe auf verschiedenen Ebenen:

1. Institutionelle Ebene Begleitend zu drei im Rahmen des Projekts HELP TO THE CHILD IN DER STRAßE (ANELC) entwickelten Werken, die drei Tageszentren unterstützen, die in Buenos Aires (Pablo Nogués, Villa Luzuriaga) und Baradero verteilt sind. 

2. Lokale Ebene. Förderung von Solidaritätsinitiativen in jeder Gemeinde in der Region (Arbeit mit dem Alter, mit Kartonieren, mit ausgeschlossenen Kindern usw.).