EVANGELISCHER PFARRSPRENGEL GLÖWEN-SCHÖNHAGEN
Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob

Grußwort

 Liebe Leserinnen und Leser des Gemeindebriefes!

nun bin ich schon seit drei Monaten in Ihrer Gemeinde als Pfarrerin tätig.
Auf der einen Seite, gemessen an unserem Leben, hört es sich an als wäre es wenig. Wenn ich aber
bedenke, was alles in dieser Zeit geschehen ist, erscheint es sehr lang.
Das Corona-Virus ist mitten in meinen Neuanfang hineingeplatzt. Alles war plötzlich anders.
Trotz der veränderten Lebenssituation hat sich einiges in unserem Gemeindeleben getan.
Mit vielen Menschen bin ich ins Gespräch gekommen. Natürlich mit dem gebotenen Abstand.
Das schöne Wetter erlaubte es, dass wir an der Haustür oder am Gartenzaun standen. Wir haben
schöne Gottesdienste im Freien gefeiert. Für viele eine ganz neue Erfahrung. Das erste Geburtstagskaffee
hat stattgefunden. Einige Kirchenräte haben schon tagen können, um nötige Beschlüsse zu fassen.
In Netzow bewegt sich etwas in Sachen „Turmsanierung“. Wir machen kleine Schritte und hoffen, dass
der Bau im nächsten Frühling beginnen kann. Viele denken mit und packen mit an, nicht nur
in Netzow, sondern in allen Gemeinden. Man spürt die Lebendigkeit und das Engagement.
Aber ich sehe auch die Herausforderungen, die mit einem solch großen Pfarrsprengel, der
sich über 150 km2 erstreckt, verbunden sind. Es wäre schön, wenn wir bei allem Tun die Gesamtgemeinde
nicht aus den Augen verlieren.

Paulus sagt im 1. Korintherbrief „Denn, weil wir alle mit demselben Geist getauft wurden, sind wir jetzt ein einziger Leib. Zu einem Leib gehören aber viele Glieder und nicht nur eins“. Wir bekunden dies zum
Beispiel im Gottesdienst, wenn wir die amtliche Kollekte geben. Sie ist bestimmt für den Bereich
der Ökumene, für die Bewahrung der Schöpfung, für Friedensprozesse und vieles mehr. Im Kleinen
heißt das, wir nehmen Anteil an unseren Nachbargemeinden, wir feiern gemeinsam Gottesdienste,
wir hören von Gelungenem und von Nöten. Solch ein Austausch ist für Juni geplant, wo ich die
Kirchenräte aus allen Gemeinden zu einem Sprengeltreffen einlade. Vielleicht lassen sich Pläne
schmieden über generationsund gemeindeübergreifende Projekte?
Ich wünsche uns allen, dass wir immer wieder die Erfahrung machen, dass die Verschiedenheit
an Gaben unser gemeinsames Leben bereichert. Dazu helfe uns der Geist der Liebe und des Friedens.
„Komm, Heiliger Geist“ so rufen wir. Denn ohne ihn können wir nicht viel tun. Ein Geist, eine
Taufe und ein Leib, das verbindet uns.
 
Bleiben sie alle gesund und behütet. Liebe Sommergrüße
von Ihrer Pfarrerin Evelyn Frenzel
sind uns geschenkt, gegeben, Gabe (Gottes) an und für uns, die uns Menschen und die Welt nicht geben können, der Friede Gottes, der unsere menschliche Vernunft übersteigt3. „Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter, ...“ Vielleicht kennen Sie noch diesen alten Satz, aus der hebräischen Bibel beim Propheten Jesaja, im 8. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, eben vor „Christi Geburt“. Ein Kind ist für uns geboren, es ist unsgegeben, uns anvertraut, so, dass es unser Leben hell macht, Licht hineinbringt, ja uns auch von innen erleuchtet. „Wer ein kleines Kind sieht, begegnet Gott auf frischer Tat“ (Martin Luther). Aber längst ist nicht mehr gesichert – damals wie heute - dass Kinder so aufwachsen können, wie sie es brauchen, um später mit allen Widrigkeiten des Lebens fertig werden zu können. Schon manchem Kind sind Entbehrungen Enttäuschungen und Einschnitte mit in die Wiege, dem Jesuskind mit in die Krippe gelegt, der Scherenschnitt von Gertrud Junker deutet es an. - Maria und Joseph finden denn ja auch keinen Platz und Raum, kein Zimmer in der Herberge, wo sie sein und unterkommen können, wo sie ihr Kind zur Welt bringen kann, als nur in einem Stall. Joseph, der so gar nicht dazu gehörte, der am Beginn auch gar nicht dazugehören wollte, er ist im
 
entscheidenden Augenblick mit dabei . . . die „Heilige Familie“ ist eins, trotz aller widrigen Umstände und Einschnitte.4. Schon bald nach der Geburt Jesu muss die kleine Familie fliehen, König Herodes trachtet dem kleinen Kind nach dem Leben. Aber so mancher von uns würde in dieser Zeit und in diesen Weihnachtstagen gerne fliehen, auch vor sich selbst vielleicht, in dieser so „schweren“ auch so gefühlvollen Zeit, wenn es denn möglich wäre: Da sind die größeren Kinder, denen es bei Weihnachten schon lange nicht mehr um die Geschenke geht, und die an diesen Tagen „einen auf Familie machen sollen“. Da sind die Singles, die besonders in dieser Zeit ihr Alleinsein spüren. Da ist die Frau, der Mann, die nun - weil sie getrennt leben, allein Weihnachten feiern müssen. Und da sind diejenigen, unter uns oder in unserer Nähe, die einen lieben Menschen verloren haben, vielleicht vor gar nicht allzu langer Zeit, und denen Weihnachten im Herzen brennt, in Erinnerung an frühere Zeiten noch so nahe ist, die so ganz anders waren. Und wer denkt nicht auch an die vielen Häuser, auch Krankenhäuser, Heime und Gefängnisse, in denenMenschen allein sind, allein sein müssen in diesen Tagen. Aber - Gott sei ́s gedankt - es gibt auch das andere, das gemeinsame Miteinander und Füreinander, wie es das Lied von Johannes Oerding beschreibt:Ich weiß, sie kommt wie jedes Jahr, wenn ́s kalt und dunkel wird,die Zeit, wenn man zerbrechlicher als sonst durch ́s Leben schwirrt.Doch es gibt ́nen ort, wo ich den Lärm ganz schnell vergess`,ich jede Ecke kenn und genau weiß ich werd vermisst.Also pack ich meinen Kram zusammen und mach mich auf den Wegdorthin wo man mich ohne Worte trotzdem blind versteht:Ich komm nach Haus zu euch, ich komm nach Haus bin auf dem Weg,ich komm nach Haus zu euch, wenn das Jahr zu Ende geht.Zweifel, Ängste, Fragen und Menschen die nur nehmen,und manchmal hast du das Gefühl dich selbst nicht zu verstehn.Verlassen ganz alleine gegen den Rest der Welt da draußendenkst du an dich als Kind zurück und den Gong der großen Pausen.Ich weiß, du hast den gleichen Ort, hast mir davon erzählt,der Platz,wo man dich ohne Worte plötzlich blind versteht.
 
Ich komm nach Haus zu euch, ich komm nach Haus bin auf dem Weg,ich komm nach Haus zu euch, wenn das Jahr zu Ende geht.Niemand hat gesagt wie oft man sich die Flügel bricht,doch mir ist jetzt klar, dass das Erwachsenwerden ist.So oft legt uns das Leben schwere Steine in den Weg,doch es gibt die eine, die mit uns den Umweg geht ... ohIch komm nach Haus zu euch, ich komm nach Haus bin auf dem Weg,ich komm nach Haus zu euch, wenn das Jahr zu Ende geht.5. „Friede auf Erden“, so lautet die Weihnachtsbotschaft der Engel, und Jochen Klepper (1903 – 1942) dichtet in der politisch bewegten Zeit:„Welch Dunkel uns auch hält, Sein Licht hat uns getroffen! Hoch über aller Welt,steht nun der Himmel offen. Gelobt sei Jesus Christ.“ - Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass Sie und wir einstimmen möchten und können, in dieses Lob, in diesen Dank, heute und morgen und alle Tage des Lebens. So grüße ich Sie herzlich mit den Worten der Jahreslosung für das kommende Jahr 2020:„Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9, Vers 24).Seien und bleiben Sie behütet, Hartmut Menn,



Herzlich grüßt Sie und Euch,  H. Menn