EVANGELISCHER PFARRSPRENGEL GLÖWEN-SCHÖNHAGEN
Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob

Grußwort

Das Volk , das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht; für alle, die im Land der Finsternis wohnen, leuchtet ein Licht auf. (Jes 9,1 GNB)

 Liebe Leserinnen und Leser des Gemeindebriefes!
Für das Judentum gibt es vier heilige Nächte, die im Grunde alle eins sind:
Die Nacht, in der das Licht erschaffen wurde, die Nacht, in der Gott mit Abraham einen Bund unter dem
Sternenhimmel schloss, die Passah-Nacht und die Nacht der Ankunft des Messias. Für das Christentum gilt diese Symbolik ebenso, mit dem Unterschied, dass an die Stelle der Passah- Nacht die Weihnachts- und die Osternacht getreten sind. Heilig sind diese Nächte deshalb, weil Gott hier bei seinem liebsten Tun zu erkennen ist: Leben zu schenken oder die entsprechenden Räume und Zeiten zu schaffen, in denen Leben entstehen und gedeihen kann. Heilig ist Gott in seinem Tun, in seinem Verliebtsein
ins Leben. Nächte, die hervorgehoben sind aus der Reihe unzähliger Nächte, an denen man den Morgen herbeisehnt. Was Gott in jenen Nächten an besonderen Menschen getan hat, soll allen gelten.
Die Sehnsucht nach gelingendem Leben ist groß. Nicht umsonst stellen in diesen Wochen Menschen Lichter in ihre Fenster. Ich gehe durch die dunklen Straßen, weiß, dass hinter manchem Fenster jemand wohnt, der es schwer hat, für den gebetet werden soll. Und dann sehe ich die adventlichen Lichterbögen wie einen Fingerzeig auf mehr. Zwar können diese Lichterkränze nicht viel gegen die Dunkelheit ausrichten, wohl aber ein wenig Wärme und Sympathie ausstrahlen.
„Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern“, so singen wir in unseren Gottesdiensten in der Adventszeit und schauen auf das, was Gott für uns bereithält. In einer Nacht kam sein Sohn zur Welt! Und in einem Stall! Also ganz weit unten und ganz im Dunkeln. Weil Gott unser Leben mit uns teilt, deswegen sind unsere Nächte nicht mehr ohne diesen schwachen Schimmer.
Gewiss: Wir können dieses Licht übersehen, wir können es mit unseren Lampen und Strahlern überleuchten, wir können uns die Illusion einer klaren Welt vormachen. Aber alle, „die noch zur Nacht geweinet“ haben, bekommen im Licht des Jesus- Kindes Trost und Hoffnung geschenkt.
Denn im Dunkel der Welt leuchtet das göttliche Licht auf.

So wünsche ich Ihnen und euch eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit
Ihre/eure Pfarrerin Evelyn Frenzel