EVANGELISCHER PFARRSPRENGEL GLÖWEN-SCHÖNHAGEN
Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob

Grußwort

 

Jesus Christus spricht:

 

In der Welt seid ihr in Bedrängnis, aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

(Johannesevangelium 16, Vers 33)

Liebe Leserinnen und Leser,
„Jesus Christus spricht: In der Welt seid ihr in Bedrängnis“ - ist dies nicht auch manchmal, vielleicht
sogar (zu) oft unsere Realität, unsere Lebenserfahrung.
Wie oft habe 
ich schon den Satz gehört: „... und Gesundheit wünsche ich mir, das ist doch das Wichtigste … Hauptsache gesund!“ Oder jemand sagt: „Ich wünsche mir, dass der Friede
zwischen den Völkern und in unserem Land erhalten bleibt.“
Auch diesem Wunsch werden viele zustimmen können. In der Tat sind es nicht materielle,
zu kaufende Dinge, die für die meisten Menschen ganz oben an stehen.
Dahinter steckt ja oft die Begegnung mit so mancher Not, vielleicht auch Enttäuschung, auch
die Erfahrung von Krankheit, Leid und Schmerz ... Unser Leben wird immer wieder, manchmal ganz
unerwartet verunsichert, und wir müssen erkennen: Auch solche Erfahrungen, nicht nur Freude, Gesundheit und Glück, können unser Leben bestimmen, wir können den schweren und schmerzlichen Erfahrungen in unserem Leben nicht entgehen, auch als Christinnen und Christen nicht.
Für die 
Gemeinde des Johannes bedeutete dies damals, in einer ihrem Glauben gegenüber
feindlichen Umgebung zu leben ja das eigene Leben bedroht zu sehen.
„Aber“ - und es ist nur dieses eine Wort „aber“, mit dem Jesus im Johannesevangelium
seine Jünger und damit auch uns, die Gemeinde aufhorchen lässt. In einer bedrängten  Situation, in einer persönlichen Not will dieses „aber“ hinzukommen, damals und auch heute:
Unser Lebensschiff 
mag wanken, in welch schnellem und gefährlichem Fahrwasser
auch immer es sich befinden mag und über was für unsichere Untiefen wir auch hinwegkommen
müssen. Unser Lebensschiff mag in Seenot geraten, wir kriegen Angst, aber, …wir werden getragen, wir werden gerettet - immer! Jemand hat einmal gesagt: „Ein Schiffbruch - was bedeutet schon ein Schiffbruch, wenn Gott der Ozean ist.“ Aber „habt Mut!“, schreibt Johannes weiter. Ihr seid nicht allein, dieses Versprechen Jesu gilt trotz des Abschieds, den er von seinen Jüngern nimmt.
Auch im Matthäusevangelium nimmt Jesus von seinen Jüngern mit einem ähnlichen Trostwort
Abschied und sagt: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende der Welt.“ (Matthäus 28, 20).
Grund und 
Ursache dieses Vertrauens, das Jüngerinnen und Jünger Jesu haben können, ist Jesus Christus selbst: „Ich“ - wieder nur ein Wort, dieses eine Wort, „das eine Wort Gottes,
das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben“
(Vgl. dazu die 
erste These der „Barmer Theologischen Erklärung“ von 1934, bspw.
Ev. Gesangbuch, Nr. 810).
„Ich habe die Welt besiegt“. Am Ende der Abschiedsreden im Johannesevangelium spricht Jesus
diese Worte zu seinen Jüngern.
Ich 
frage an dieser Stelle: Ist ein solcher Glaube, der diesen Worten Jesu vertraut, der glaubt, dass ER die Welt besiegt, überwunden hat, ist ein solcher Glaube auch real?
Die Worte 
Jesu: „Ich habe die Welt besiegt“ weisen voraus auf das Siegesdatum von Kreuz und Auferstehung. Damals wie heute sind Menschen in die Irrungen und Wirrungen des Lebens verwickelt. Und: Damals wie heute sollen die Menschen hören: Ihr Glaube kann ihnen Kraft geben, so dass sie am Leben nicht verzagen müssen. Trotz mancher Schwierigkeiten, Not und Bedrängnis in dieser Welt dürfen sie, dürfen wir, darfst und sollst DU Mut fassen, vertrauen und glauben, dass
uns in diesem Jesus Christus, dem Sohn Gottes, Hoffnung und Friede geschenkt ist, ein Friede, den diese Welt uns nicht geben kann. In diesem Frieden unseres Herrn Jesus Christus wünsche ich Ihnen
eine gesegnete Zeit zum Ende des Kirchenjahres 2019.



Herzlich grüßt Sie und Euch,  H. Menn